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01

Mai

2009

Dick, doof und arm? Die große Lüge vom Übergewicht und wer von ihr profitiert

Wir stellen vor: das Buch von Friedrich Schorb

 

Dicke unter Tatverdacht!

 

Fast 2 Drittel der Männer und mehr als jede zweite Frau gelten in Deutschland als zu dick. Ein gutes Fünftel sogar als krankhaft fettleibig. Mittlerweile sind das Verhalten und die Vorlieben dieser Menschen nicht mehr ihre private Angelegenheit. Sie müssen sich für alles was sie tun, rechtfertigen, denn sie verursachen Kosten. Kosten, die - so die Bundesregierung – die Allgemeinheit tragen muss.

Ein sinkende Lebenserwartung, explodierende Kosten im Gesundheitswesen und ein Rückgang der wirtschaftlichen Produktivität werden immer häufiger mit Übergewichtigkeit und Fettsucht in Verbindung gebracht. Und selbstverständlich trifft die Schelte vor allem das Prekariat. Der dicke Bauch wird zum Symbol von Faulheit, Doofheit und selbstverschuldeter Armut.

Friedrich Schorb zeigt, dass diese Behauptung keiner empirischen Überprüfung standhält und geht in Dick, doof und arm?  den modernen Fettmythen auf den Grund.

 

Denn trotz der angeblich epidemischen Fettsucht steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Dicke liegen uns auch nicht auf der Tasche. Seit Bestehen der Bundesrepublik war der Krankenstand zu keiner Zeit so niedrig wie heute. Das Interesse der Politik am Bauchumfang der Bürger hat in Wirklichkeit einen anderen Hintergrund: Die Diskussion um die überflüssigen Pfunde bietet – neben dem ausbleibenden Nachwuchs der Staatsbürger – eine willkommene, einfache Erklärung für den Rückbau des Sozialstaats: zu wenige Kinder und die auch noch zu dick! Kein Wunder, dass der Staat nicht länger in der Lage ist, die Risikolagen Krankheit und Alter abzusichern. Die Folge: Schon jetzt leiden dicke Menschen stärker unter gesellschaftlicher Diskriminierung als unter den Folgen ihrer angeblichen Krankheit.

 

Friedrich Schorb deckt die Hintergründe auf, warum die Politik ein Interesse an der Stigmatisierung der Übergewichtigen hat und plädiert für einen entspannteren Umgang mit dem Übergewicht. Nicht „Fit statt fett“ muss der Kampfruf unserer Zeit lauten, sondern „Fett und fit!“ oder „Rund und gesund“.

Friedrich Schorb, Jahrgang 1977, studierte an der Universität Bremen und der Universidad Pública de Navarra Soziologie. Seit Jahren befasst er sich wissenschaftlich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Übergewichts und hat etliche Beiträge zum Thema verfasst. Friedrich Schorb lehrt und promoviert an der Universität Bremen. Er Iebt in Berlin.

 

 

"Die Fett-Hysterie ist hanebüchener Unsinn" - ein Interview mit Friedrich Schorb

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald Buberl (Dienstag, 16 August 2016 17:04)

    Jeder Mensch hat so sein individuelles "Wohlfühlgewicht".
    Dass diese Gewichte immer höher werden, liegt aber nicht unbedingt an den Menschen selbst, sondern an der "modernen" Ernährung. Der Hauptgrund einer Gewichts-Zuhnahme ist neben weißem Mehl, der Zucker.
    Seien wir mal ehrlich - bei normaler Ernährung ist dieser Dickmacher überhaupt nicht zu vermeiden, da er praktisch in so gut wie in allen Lebensmitteln zuhauf enthalten ist. Lesen Sie einmal die Inhaltsangaben ihrer Lebensmittel unter "Kohlenhydrate, davon Zucker" Sie werden staunen wie viel prozentual davon enthalten ist. Selbst bei Produkten bei denen man überhaupt nicht denkt dass Zucker darin enthalten ist.
    Dabei gibt es durchaus Alternativen wie z.B. Stevia. Diese werden aber von den Regierungen nicht so gefördert und sind damit wesentlich teurer als Zucker. Also setzen Lebensmittelhersteller doch lieber wieder das altbewährt Süßungsmittel ein.
    Der Zuckerkonzern Südzucker z.B. erhielt im vergangenen Jahr rund 34,4 Millionen Euro an Subventionen aus Brüssel.

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