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23

Feb

2011

++ London Blogger Meet 2011 ++ Die Plussize Blogger Szene trifft sich in London

Die Zeit, in der sich Plus Size Mädchen verstecken müssen, ist vorbei. Der lebende Beweis dafür? Eine lebendige und stetig wachsende Community aus Modebloggern, den selbst ernannten "FaTshionistas", eine bunt gemischte Gruppe von kurvigen bis dicken Mädchen, die weder das Wort "fett" noch bunte Strumpfhosen scheuen. Dank sozialer Netzwerke findet man heut zu Tage schnell gleichgesinnte Geister und nachdem im letzten Sommer die "YFF Blogger Conference" statt fand, ein Event bei dem dicke Modebloggerinnen aus der ganzen Welt in New York zusammen kamen, fand nun auch in Europa das erste große Event dieser Art am 5. Februar in London statt. Das "++ London Blogger Meet 2011"

Nur mal kurz vorab, London ist eine großartige Stadt. Ich liebe diese ganz besondere Atmosphäre, die vielen unterschiedlichen Menschen, die Tube und all die vielen kleinen Dinge, die man entdecken kann. Doch dieses Wochenende in London wurde natürlich vom ++London Blogger Meet gekrönt.

Ich war schon ein bisschen aufgeregt, es waren viele Sachen geplant und die Aussicht darauf, so viele Menschen zu treffen, die man bisher nur aus dem Internet kannte, machte mich etwas nervös. Der Plan war, dass wir morgens einen langen Shoppingmarathon machen, danach zum Essen gehen und uns alle abends wieder zur offiziellen Cocktailparty treffen.

Ich fuhr von meinem Hostel am Picadilly Circus mit der U-Bahn zum Treffpunkt. An der Station Marble Arche traf ich Devon (http://fat-nurse.com) und Ragini (http://curiousfancy.com), so konnten wir zur dritt die letzten paar Meter zurücklegen. Der Pulk Mädchen vor Evans war natürlich nicht zu übersehen. Schon von weitem konnte ich einige meiner Lieblingsbloggerinnen erkennen. Ich musste automatisch grinsen. So viele Gesichter, die mir so bekannt vorkamen, so viele hübsche Mädchen und Frauen. Große und kleine, dünnere und dicke, in schwarz und in bunt gekleidet, alle Hautfarben und Haarfarben waren vertreten und alle standen lachend und schwatzend dort an der Oxfordstreet.

 

Anika (http://byanika.com), die aus Norwegen angereist war, lief mir freudig entgegen und nach einer herzlichen Begrüßung stürzte ich mich förmlich auf Beth (http://www.pretty-in-plus.com), die eigentlich aus Wales kommt, aber seit einem halben Jahr in Kanada lebt. Schließlich begrüßte uns  Lauren (http://www.pocketrocketfashion.com), die Organisatorin, und forderte uns auf in den Laden zu gehen.

Wahrscheinlich haben sich die anderen Kundinnen ganz schön gewundert, als eine Horde Mädchen bei Evans einfiel und erst mal den Eingang blockierte. Nach ein paar Minuten fingen wir an uns zu verteilen und Devon begleitete mich zu der Unterwäsche, um mich ein bisschen zu beraten. Einkaufen hat mir selten so viel Spaß gemacht. Die meisten von Euch kennen wahrscheinlich die frustrierende Erfahrung kaum Läden in der Stadt zu haben, die Übergrößen anbieten und sind deswegen auf Onlineshopping angewiesen. Endlich einmal in einem Laden zu stehen, umgeben von jeder Menge Klamotten in der richtigen Größe, war also einfach super. In der Sale-Ecke habe ich dann noch ein richtiges Schnäppchen gemacht, dort hing der begehrte Beth Ditto Cameo Gürtel für nur 5 Pfund. So ging ich nicht nur mit neuer Unterwäsche, sondern auch mit einem super günstigem neuen Lieblingsstück in der Tüte aus dem Laden.

 

Nach einer guten Stunde bei Evans machte sich die Gruppe auf zu Primark. Für diejenigen unter euch, die Primark nicht kennen: es gibt alles zu unglaublich günstigen Preisen: Klamotten, Taschen, Schuhe, Accessoires und sogar Deko für die Wohnung. Wenn die Größen auch über 20UK also 46 herausgehen würden, wäre es auch für dicke Mädels das Einkaufsparadies. Gemeinsam mit Beth kämpfte ich mich durch den völlig überfüllten Laden, gekauft habe ich schwarze Ballerinas und schlichte schwarze Sneakers, eine Sonnenbrille, die zu meiner Haarfarbe passt und auf gut Glück ein Kleid, dass leider zu eng ist. Wenn man allerdings Lust darauf und ein Händchen dafür hat, kann man trotzdem gute Sachen finden, die auch dickeren Mädchen passen, weil viele Kleidungsstücke aus sehr dehnbarem Jersey sind oder den aktuellen Oversized-Look haben.

 

Im Chaos von Primark hatte sich die Gruppe natürlich getrennt, also sammelten wir uns alle bei einem im nächsten Starbucks. Ich genoss meinen Kaffee und hörte den Gesprächen zu. Es war zwar nicht immer einfach dem oft sehr schnellen Englisch zu folgen, aber alle gaben sich Mühe einander ins Gespräch mit einzubeziehen. Um 13.00 Uhr haben wir uns dann am "Hannover Square" getroffen, es kamen noch ein paar mehr Teilnehmerinnen dazu und wenn man nicht wusste, was vor sich ging, muss es ausgesehen haben, wie ein Flashmob. Nach ein paar Fotos und ein bisschen Gequatsche teilten wir uns wieder auf um Essen zu gehen. Ich schloss mich Lauren, Devon und Beth an und habe dann zum ersten mal Indisch gegessen, was mir auf Anhieb gut gefiel. Nach unserem Lunch machten die anderen Mädchen sich auf den Weg zur Location für den Abend. Lauren hatte wirklich viel zu tun und war auch an diesem Vormittag immer wieder am Telefonieren und Planen. Ich machte mich auf den Weg zurück ins Hostel um mich in meine Abendgarderobe zu werfen. Ein schwarzes Samtkleid von Yours, Ballarinas (weil ich eh schon kaum noch laufen konnte) und einen selbstgenähten schwarzen Tüllrock.

 

Die Party fand in einer hübschen Galerie statt, die genau meinem Geschmack entsprach. Die weißen Wände waren geschmückt mich Fotos von Rockstars aus den letzten 50 Jahren und es lief gute Musik. Lauren stand am Eingang, begrüßte die Leute und drückte jedem eine große Geschenktüte in die Hand. Zwar packte ich die erst später im Hotel aus, aber ich kann euch sagen, sie enthielt die eine oder andere nette Überraschung: Einen Schal und Stulpen von Carmakoma, Discounts Codes für diverse Shops oder zum Beispiel ein Halstuch von Yours.

Es gab Sekt, Cupcakes und jede Menge Klamotten. ASOS, Yours, Torrid, H&M Inclusive, Carmakoma und Anna Scholz hatten Teile ihrer neuen Kollektionen gestiftet zum anschauen, fotografieren und sogar anprobieren. Besonders schön fand ich, dass sowohl bei Anna Scholz als auch bei Carmakoma ein Vertreter der Firma mit dabei war. Marie von Carmakoma war eine wundervolle und nette Person und auch die Beiden von Anna Scholz waren super sympathisch. Man kam mit ihnen leicht ins Gespräch und es war toll direkt mit jemanden aus der Industrie zu sprechen, seinen Input und seine Ideen aber auch Kritik los werden zu können.

Neben den vielen tollen Klamotten gab es ein Fotostudio. Schon auf den ersten Blick war klar, diese Fotografin (http://www.fashionlovesphotos.com) ist definitiv eine neue Style-Ikone für mich! Schwarz-Weiß gepunktetes Rockabilly Kleid und Rosen im Haar. Die Fotos haben total Spaß gemacht, erst haben Beth und ich zusammen geposed und danach wurden wir alleine fotografiert. Unter folgendem Link könnt ihr euch die Bilder anschauen:

http://www.flickr.com/photos/grunge_kitty/sets/72157626041472418/

Der Abend ging viel zu schnell vorbei und wir mussten uns alle wieder von einander verabschieden. Schon komisch wie emotional das werden kann, obwohl man viele der Menschen erst seit ein paar Stunden kennt.

Alles in allem kann ich sagen, dass es ein wundervoller Tag war, der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung und ich glaube, dass jeder von uns ein Stückweit Selbstbewusstsein dazu gewonnen hat. Ich persönlich habe in meinem nähren Umfeld niemanden mit einer vergleichbaren Figur, das heißt, niemanden mit den einhergehenden "Problemen", auch wenn meine besten Freundinnen und meine Familie immer ein offenes Ohr für mich haben, ich von allen akzeptiert werde, so wie ich bin und ich mich wirklich nicht beschweren kann, war es ein ganz neues und besonderes Gefühl in einer Gruppe mit so vielen Gleichgesinnten zu sein.

 

Zwar ist es mein Traum, dass irgendwann keine Unterschiede mehr gemacht werden zwischen den sogenannten Fashionistas und den Fatshionistas, trotzdem, und dass kennt bestimmt jeder der ein sehr spezielles Hobby und niemanden im direkten Umfeld hat, mit dem er es ausleben kann, ist es einfach sehr erleichternd und ganz wundervoll, den Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen. Außerdem glaube ich, dass solche Treffen ein wichtiges und gutes Zeichen für die Modeindustrie sind. Jeder soll sehen, dass es jede Menge potenzieller Plus Size Mädchen und Frauen (leider immer noch sehr wenige Männer) gibt, die an Mode interessiert sind. Auch wenn es nur kleine Zeichen sind, jedes Zeichen zählt. Und ich hoffe sehr, das auch in Deutschland endlich mehr in diese Richtung passiert.

 

Liebe Grüße

 

Katrin

Reizende Rundungen
www.reizende-rundungen.blogspot.com

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kaja (Donnerstag, 17 Januar 2013 18:03)

    Super Beitrag, bitte mehr davon!!!!

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